In Sachen Mode waren Frauen immer
Vorreiterinnen. Vor allem, was die Kleidung anbelangt, ist
Männermode meist nur eine Anpassung an ihr weibliches Pendant. An
ihr lassen sich gesellschaftliche Strömungen so gut ablesen, dass es
historische Fachliteratur zu diesem Thema gibt. Allein das 20.
Jahrhundert stellt einen Wandel dar, welcher das Wechselspiel vom
Aufkommen und Vergehen öfters
Sicher, auch damals gab es passende Mode für jeden Anlass, die auf entsprechende Aktivitäten ausgelegt waren. Aber die wechselnden Erfordernisse allein sind noch keine Erklärung dafür, dass es damals nicht einfach eine Abwandlung gab, sondern etwas ganz und gar Entgegengesetztes. Und hier schließt sich der Kreis. Auch ein Gegensatz braucht das Gegenüber und orientiert sich an ihm. Das Zusammenführen der Merkmale bestimmte daraufhin die Mode der nächsten Jahrzehnte. Hosen konnten plötzlich von Frauen getragen werden, was wiederum die Hosenmode beeinflusste. Auf dieser Grundlage feierte auch der Damen Blazer seinen Triumphzug. Als Ergänzung zum herkömmlichen Kleid undenkbar; erinnert er doch an die in der Herrenwelt üblichen Anzüge.
Mode war plötzlich nicht so stark von Konventionen bestimmt, sie war ein Angebot, aus welchem man sich bedienen konnte. Das stimmt heute mehr denn je. Mode wird zwar immer noch von Profis entworfen, was die Selbstbestimmung ihrer Träger aber nicht mehr festlegt. Individuelle Designs werden durch das Kombinieren verschiedener Stücke ermöglicht. Das ist mittlerweile akzeptiert und wird wiederum als Trend angesehen. Ob jemand einen eigenen Geschmack besitzt, kann heute viel leichter kenntlich gemacht werden. Gesamtausstatter erfreuen sich aber nach wie vor großer Beliebtheit, da sie die einfachste Möglichkeit zu einem geschlossenen Konzept darstellen.