Mode 1957 - Brigitte Bardot wurde zum Modevorbild

Auch 1957 war es die Modemetropole Paris, die den Ton in Sachen Mode weltweit angab. Vor allem Diors Kreationen waren gefragt und setzten ein letztes Mal Trends. Christian Dior verstarb am 23. Oktober 1957.
Die Kollektionen im Frühling und Herbst 1957 waren im Stil der Sacklinie gehalten. Kleider, die diesem Stil folgten, waren so weit geschnitten, dass sie geradlinig am Körper herunter hingen. Die Silhouette der Frau war nur noch zu erahnen. Die Schultern waren abgerundet und die Ärmel sehr weit. Dieser Trend entwickelte sich weiter zur Tonnenlinie, bei der die Kleidung noch weiter geschnitten wurde und tatsächlich wie
eine Tonne aussah. Die Silhouette der abgerundeten Schultern wurde auch im Saum forgesetzt, was den Effekt noch verstärkte. Givenchy trieb diesen Stil auf die Spitze, indem er Ballonkleider entwarf. Weit geschnittene Röcke wurden am Saum durch ein enges Band gerafft, so dass sich der Rock oder das Kleid wie ein Ballon aufbauschten. Dieser Trend war zunächst beliebt und wurde vor allem bei Cocktailkleidern bevorzugt, allerdings waren die Stoffe nur schwer zu bügeln und so verschwand der Ballon-Stil schnell wieder von der Bildfläche. Er hatte seinen Alltagstest nicht bestanden.
Designer in Westdeutschland wandelten Schöpfungen anderer Couturiers ab und machten sie so für die breite Masse tragbar und vor allem erschwinglich. Die Mode der Pariser Laufstege war meist zu ausgefallen und wurde einfach in schlichter Form nachgeahmt.
Die erste College-Linie für junge Frauen wurde von dem Berliner Designer (Oestergaard) präsentiert und war von der französischen Mode inspiriert. Junge Frauen richteten sich allerdings sowieso nicht nach den Kreationen, die in Paris oder Berlin gezeigt wurden, sondern ließen sich von Filmstars wie Anita Ekberg, Gina Lollobrigida oder Rita Hayworth inspirieren. Weiterhin dienten verschiedene Schlagersängerinnen als Vorbild. Die französische Schauspielerin Brigitte Bardot war in dieser Zeit ebenfalls eine oft kopierte Stilikone. Ihr Schmollmund und ihr Pferdeschwanz waren besonders bei jungen Mädchen beliebt. "La B.B." präsentierte weit geschnittene Petticoatkleider mit Rüschen und Volants. Das Gegenteil zu dieser Mode war Audrey Hepburn, die mit ihrer schmalen Silhouette weniger weiblich wirkte und an einen Knaben erinnerte. Von ihr bevorzugte Kleidung wie weite Pullover und enge Hosen wurden vielfach kopiert. Die Caprihose erlebte ihre Sternstunde in jenem Jahr 1957. Sie reichte bis zur halben Wade und wurde von fast jedem Mädchen und jeder Frau getragen. Über die Hose wurde oft ein Wickelrock angezogen.
Die Mode der Herren erlebte nur wenig Veränderungen. Ein schlichter Anzug mit Sakko war sehr beliebt und für jeden Anlass passend. Allerdings wurden die Anzüge enger geschnitten und betonten die Taille des Mannes. Die Schultern waren abgerundet und unter dem Sakko wurde ein weißes Hemd getragen. Nylonhemden, die man nicht zu bügeln brauchte, weil die Chemiefaser knitterfrei war, wurden immer beliebter und von den Männern bevorzugt, obwohl der eigentliche Vorteil wohl den bügelnden Ehefrauen zu Gute kam.(MB)

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